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Wir haben 4 Gäste online| Christuskirche leidet unter Stadtbrand |
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"Eurer Königl. Mayet. (Majestät) Müßen wir allerunterthänigst melden, dass am 12 dieses abends umb 5 Uhr in der Stadt Plettenberg in der Graffschaft Marck eine hefftige Feuersbrunst entstanden" (PvgStbr). So beginnt 1725 die Plettenberger Brandakte der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve an den König in Preußen, Friedrich Wilhelm I., den sogenannten Soldatenkönig und Vater des späteren "Alten Fritz". Was war geschehen in unserem Städtchen am 12. April 1725?
Der Ort Plettenberg hatte etwa 749 Einwohner und bestand aus ungefähr 123 Gebäuden samt Kirche, Rathaus und Schule sowie der Stadtmauer. Die Häuser waren ärmlich - noch hundert Jahre später klagt der evangelische Pastor: "... allein ein gutes Dritteil könnte man eben so gut Hütten nennen, weil sie alle in verfallene, Zustande sind". Die Berliner Obrigkeit mahnt anhand ihrer Bauordnung, dass "Häuser und Gebäude gantz unordentlich in einander gebauet und theils Häuser mitten in den Gassen angeleget" seien (PvgStbr). ■ Häuser aus Holz und Lehm mit Strohdach Die meisten Häuser waren aus Holz und Lehm gebaut und mit Stroh oder Holzschindeln gedeckt. Nur wenige nordwestlich der Kirche hatten Bruchsteinmauern und ein Ziegel- oder Schieferdach. Durch die enge Bebauung reichten die Dachtraufen aneinander. In den schmalen Gassen lief das häusliche Kleinvieh herum, wie Hühner, Enten und Gänse, dazu Katzen und Hunde sowie angepflockt Ziegen und Schafe. Auch Schweine fehlten nicht. Natürlich gab es auch Mäuse und Ratten. Kanalisation und Wasserleitungen gab es noch nicht, nur einige, wenige Brunnen. Der Unrat wurde auf die Gassen geworfen. Erst nach dem Brand mussten die Abtritte auf den hinteren Teil des Hauses, beziehungsweise Grundstückes gebaut werden. Vor den Häusern befanden sich die dampfenden Misthaufen. Die Kühe grasten unter den Bäumen im nahen Hudewald der Markenwaldung. In jedem Haus gab es eine Feuerstelle, nicht nur für die Nahrungszubereitung und die Beheizung - auch der Flachs der Tuchmacher wurde dort getrocknet. Der Schornstein verlief nur bis zum Dachboden. In dem dort freiwerdenden Qualm konnte dann der Schinken geräuchert werden. Es gab 53 bis 80 Tuchmacher (PStG), deren Dachböden, Wohn- und Arbeitsräume vollgestopft waren mit Rohware von Flachs und Wolle sowie mit Fertigware für den Versand und natürlich den dazu nötigen Flachsbalken und Webstühlen. Im Dezember 1717 hatte die brandenburgische Regierung ihre Feuer- und Brandordnung für die Städte nochmals ausgeweitet: Es gab den städtischen "Umbgang des Fewers", also die kommunale Überprüfung der einzelnen Feuerstellen und Kamine, der Gebrauch offener Lichter war untersagt, es gab ein Verbot des Tabakrauchens in der Scheune, im Stall und im Bett sowie des Flachstrocknen am Feuer (vom trockenen Flachs hing die Qualität des Tuches ab). Jeder Bürger besaß einen Feuereimer aus Leder, drei bis vier Bürger zusammen eine Handspritze, Leitern und Feuerhaken. Im Rathaus waren 45 Feuereimer gelagert, acht Leitern und einige Haken. ■ Geldprämien für die ersten Lösch-Helfer Jeder Hauswirt war verantwortlich für alle Hausbewohner und bekam bei einem Feuerausbruch keine Entschädigung aus der neu gegründeten Feuerversicherung. Vielmehr musste mit Leibesstrafe rechnen. Die zum Löschen eintreffenden ersten vier Personen und die ersten drei Fuhrleute erhielten Geldprämien (PStG). In jedem Stadtteil waren ein Brandmeister ernannt und ein Brand-Corps aufgestellt. Es wird gemutmaßt, dass an jenem 12. April 1725 am Spätnachmittag die meisten Erwachsenen und 318 Kinder und Bedienstete außerhalb der Stadtmauer auf den Feldern waren. Jahreszeitgemäß könnten sie Kartoffeln gesetzt oder gehackt oder Unkraut gezogen haben. Pastor Thoene sah um 17.00 Uhr aus des Tuchmachers Johann Henrich Brauckmanns Stall "eine lichter lohe brennende flamme zwey bis drey Man lang geschlagen, und gleich in die höhe gestiegen" (PvgStbr). Nach Lageplan stand Brauckmanns Haus am heutigen Alten Markt, wo sich jetzt ein Fitness-Studio befindet, südlich davor das Rathaus. Traufseitig nah stand das Haus der Tuchmacherswitwe Weiss, die hier eine Bäckerei und Brauerei betrieb. Im Vernehmungsprotokoll von 1725 steht "Hend.. Gorris an Eydes stadt außgesagt dass da deponens mit Arnold Hoeven, das fleisch ( Schinken und Würste) herunter geworffen (vom Dachboden) und seine Kühe auß dem stalle gejagt" (PvgStb). Als die auf dem Feld arbeitenden Bewohner den Brand wahrgenommen haben und zur Stadt gerannt sein werden, wird es schon zu spät zum Löschen gewesen sein. Die Finsternis brach herein. Schauerlich muss das Flammenmeer gegen den dunkelnden Himmel ausgesehen haben. Es muss sich eine ungeheure Hitze entwickelt und die Stadt noch mehrere Tage lang gequalmt haben. Fünf Tote und 30 Verletzte waren zu beklagen. Wo haben die Menschen in der schnell hereinbrechenden Dunkelheit geschlafen, was haben sie den nächsten Morgen und die folgenden Tage gegessen? Als letztes Zeugnis dieser schrecklichen Katastrophe war vor wenigen Jahren beim Aushub der Baugrube des ehemaligen Möbelhauses Theiss unter einer bis zu einem Meter hohen Bodenschicht eine umlaufend bis zu 50 Zentimeter hohe Brandschicht zu sehen. Und das hoffentlich allerletzte Zeugnis wurde in Form von Brandschutt mit Schieferresten des Kirchendaches durch fleißige, freiwillige Hände aus der Evangelischen Kirchengemeinde in den letzten Monaten vom Gewölbe der Christus-Kirche heruntergeholt. Waren davor schon Schäden zu sehen gewesen, so traten jetzt noch mehr zu Tage. Es ist hohe Zeit für eine ausführliche Renovierung. Viel Geld wurde schon angespart, jedoch noch fehlt viel. ■ 1 000 Reichstaler für den Wiederaufbau Seinerzeit stellte der Soldaten-König für den Wiederaufbau der Kirche, der Schul- und Predigerhäuser 1 000 Reichstaler zur Verfügung und gewährte zwei steuerfreie Jahre (PstG). Wie konnte Bürgermeister Konrad von den Hoeven an Gänsefeder und Papier kommen, um das Unglück nach Kleve und Berlin zu melden? Haben ihm die Kollegen in Herscheid oder Werdohl ausgeholfen? Alle Fakten und Daten aus "Plettenberger Stadtgeschichte" (PStG, 1997) und "Plettenberg vor dem großen Stadtbrand 1725" (PvgStbr, 1997.) Ursula Neukirch |
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12.03.2012
Die Gesamtinvestition für die Sanierung der Christuskirche beläuft sich auf etwa 560.000 Euro. Die Kirchengemeinde kann aus eigenen Mitteln und aus Zuwendungen der Denkmalpflege 335.000 Euro aufbringen. Die verbleibenden 225.000 Euro müssen durch Spenden gedeckt werden.
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"Eurer Königl. Mayet. (Majestät) Müßen wir allerunterthänigst melden, dass am 12 dieses abends umb 5 Uhr in der Stadt Plettenberg in der Graffschaft Marck eine hefftige Feuersbrunst entstanden" (PvgStbr). So beginnt 1725 die Plettenberger Brandakte der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve an den König in Preußen, Friedrich Wilhelm I., den sogenannten Soldatenkönig und Vater des späteren "Alten Fritz". Was war geschehen in unserem Städtchen am 12. April 1725?


