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Der "andere" Gottesdienst Drucken E-Mail
Donnerstag, den 07. April 2011 um 15:55 Uhr

An jedem vierten Sonntag im Monat beginnt der Gottesdienst iAndererGottesdienst01n der Christuskirche erst um 11.15 Uhr. Nicht nur die andere Uhrzeit, auch eine andere Gestaltung des Vormittags machen den Kirchenbesuch dann zu etwas Besonderem.

So hatte das Vorbereitungsteam im Oktober die Frage „Stehst du auf festem Grund?" zum Thema gewählt. Aus aktuellem Anlass ging es dabei auch um die Bauschäden an unserer Christuskirche. Dieses Problem konnte aus fachlicher Sicht anschaulich von Frau Barbara und Herrn Paulus dargestellt werden. Dies war aber nur der Auftakt zu der Fragestellung im eigentlichen Sinne:

Wie kann der Mensch sein Leben fest gründen? Es wurden verschiedene Beispiele von Menschen vorgetragen, die auf Jesu Wort gehört und danach gehandelt hatten. Dabei wurde klar, dass das wichtigste Fundament im Leben die Bindung an Jesus Christus und das Befolgen von Gottes Anweisungen ist.

Neben Liedern und Gebeten zu dem Thema gab es auch eine Aktion der jugendlichen Gottesdienstbesucher. Auf festem und auf weichem Grund errichteten sie jeweils einen Turm aus Holz, wobei das schlechter gegründete Bauwerk nach längerer Schieflage schließlich in sich zusammenfiel.

Zur Erinnerung an den Gottesdienst erhielten die Besucher beim Verlassen der Kirche Legosteine mit dem Symbol des Fisches – Bausteine der festen Burg, die Gott für uns ist.

Auch der Vorstellungsgottesdienst der Katechumenen im November fand als „anderer Gottesdienst" statt. „Jesus hat die Welt und mein Leben heller gemacht" – das wurde schon beim Einzug der Jugendlichen in die Kirche deutlich, als sie Kerzen am Altar entzündeten und die Lichter dann an den Seiten des Kirchenschiffes aufstellten. In Vierergruppen wurden die Katechumenen im Laufe des Gottesdienstes vorgestellt und brachten ihre Kerzen wieder zum Altar. Dabei trugen sie vor, wie Jesus aus ihrer Sicht die Welt heller gemacht hat, und wie Jesus auch ihr eigenes Leben mit Licht erfüllt.

AndererGottesdienst02

Drei Mitarbeiter des Vorbereitungskreises stellten sich dann als Personen aus dem Evangelium vor und erzählten der Gemeinde, wie sie aus der Dunkelheit ihres Lebens zum Licht des Glaubens gekommen waren. Die Geschichten der Frau am Jakobs-brunnen sowie des Blinden und des Aussätzigen, die von Jesus geheilt worden waren, konnte man hier hören. Dieser abwechslungsreiche und stimmungsvolle Gottesdienst bot einen schönen Rahmen für die Vorstellung der Katechumenen.

Zu dem Gottesdienst am 27. Februar wurden die Besucher schon beim Betreten der Christuskirche mit der Frage konfrontiert: Wie soll ich Gott anreden? Auszüge aus dem Buch „Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" gaben ein Beispiel für den ganz unbefangenen Umgang eines kleinen Mädchens im Reden mit Gott.

Dadurch wurde deutlich, wie gehemmt gerade die Erwachsenen manchmal sein können, wenn sie sich an Gott wenden. Eine Auswahl an verschiedenen Anreden war auf Plakaten an den Seitenwänden des Kirchenschiffs angebracht worden. Die Gemeinde konnte sich hieran orientieren und jeder durfte eine Karte mit der für ihn persönlich am besten passenden Anredeform aussuchen, die dann in den später gesprochenen Gebeten wieder aufgegriffen wurde. Weitere Gedankenimpulse wurden durch die Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der Anreden der Menschen untereinander gegeben. Dies brachte die Zuhörer dann gelegentlich auch zum Schmunzeln – eine Reaktion, die zu diesem anderen Gottesdienst durchaus erwünscht war.

Andreas Diergarten

Fotos: Hendrik Schulz